MARIJA – Theaterdiskurs über eine Revolution

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MARIJA – Theaterdiskurs über eine Revolution

Veranstaltungssaal09.11.2017 - 11.11.2017, 18:00

MARIJA - Theaterdiskurs über eine Revolution

Donnerstag, 9. November 2017, bis Samstag, 11. November 2017
Beginn Socialism Street Academy Auftakt im Brick-5 Hof: täglich um 18:00 Uhr
Beginn Performance: täglich um 19:30 Uhr

 

Aus Anlass des 100. Jubiläums der Russischen Revolution präsentiert das Kollektiv der FLEISCHEREI_mobil das zweiteilige Performance-Projekt MARIJA in internationaler Besetzung

Regie/Raum: Eva Brenner (A/USA), Technik/Licht: Richard Bruzek (A), Regieassistenz: Thomas Perle (D, RO), Kostüme: Markus Kuscher (A), Performance: Michaela Adelberger (D), Rremi Brandner (A), Constance Hyrohs (A), Kari Rakkola (FIN), Sybille Starkbaum (A)Musik: Martina Cizek (A), Produktionsleitung: Andrea Munninger (A), Assistenz: Ivan Pantelic (RS), Ljubica Kovacevic (BA)

 

Das Stück MARIJA aus dem Jahr 1935 von Isaak Babel hat in der Theatergeschichte einen einzigartigen Stellenwert – steht es doch an der Schwelle zwischen Russischem Realismus, revolutionärem Avantgardismus und Brechtscher Dialektik, deren Anliegen es ist, gesellschaftliche Widersprüche offen zu legen.
Mit prophetischer Weitsicht schildert Babel den antagonistischen Zwiespalt zweier Lebenswelten – den unrühmlichen Untergang der bürgerlichen Mukownins im bürgerkriegsgeschüttelten Petrograd genauso wie das naive Pathos des an die Macht gelangenden Proletariats; und er findet eine subtile Sprache für die Verwerfungen des Bürgerkriegs und seiner Vorahnung des Stalinistischen Terrors.
MARIJA wurde in der Sowjetunion abgesetzt, fand erst 1994 seinen Weg auf die russische Bühne und ist auch im Westen selten zu sehen. Sein Autor wurde unter dem Vorwand der Spionage verhaftet und ermordet – ein Schicksal, das der jüdische Intellektuelle mit vielen anderen teilte.

Hier kann exemplarisch studiert werden, wie Revolutionen das Gefüge der alten Welt ins Chaos stürzen und neue Klassen den Plan betreten und ihr Recht einfordern. Und nichts weniger versucht das Ensemble der politischen Theatertruppe FLEISCHEREI_mobil: das Stück radikal gekürzt und mit Kommentaren der PerformerInnen und einem Musiktrack der Saxophonistin Martina Cizek ergänzt. Die TeilnehmerInnen bilden ein temporäres Kollektiv, das gleichermaßen einbezogen ist, alle sitzen face à face im selben engen Raum zusammen, jede/r sieht Alles, die Akteure präsentieren szenische Ausschnitte aus dem Stück in wechselnden Rollen, die in darauffolgenden Kommentaren am Open Mike zur Diskussion gestellt werden; dazu ist auch das Publikum eingeladen. Ein amüsantes Kegelspiel, das augenzwinkert mit dem Rad des Schicksals, setzt die Akte in Gang.

Auftakt des Abends bildet die „Socialism Street Academy“ unter Leitung von Eva Brenner und eingeladenen Gästen – TheoretikerInnen, AktivistInnen, Sozialismus-SpezialistInnen – wo Interessierte sich einführend über die Geschichte, Entwicklung und Bedeutung der Russischen Revolution informieren können, Fragen stellen und an der Erkundung der auch heute noch brennenden Frage teilnehmen: Wie könnte eine gelungene Revolution heute aussehen?

Pressekontakt und Vorreservierungen: Andrea Munninger, 0699/19900952, office@experimentaltheater.com.
Eintritt: Freie Spende (€ 10/15.-)

 

Premiere: Fr. 27.10. 2017, 19:30 Perinetkeller, Perinetgasse 1, 1200 Wien
Weitere Vorstellungen: Sa 28., So. 29. 10. 2017, 19:30 Perinetkeller
Do 9.11., Fr 10.11., Sa 11. 11. 2017, 19:30 Brick-5, Fünfhausgasse 5, 1150 Wien

Dank an: BKA- Kunst, Kulturamt der Stadt Wien, Bezirksförderung Brigittenau; IODE.Perinetkeller, Brick-5, Kulturzentrum 7*Stern, Direct Marketing, Institut Dr. Schmida, ÖH Uni Wien, transform!europe.

Impressum: FLEISCHEREI_mobil, Verein Projekt Theater, Märzstraße 156/40, 1140 Wien office@experimentaltheater.com, www.experimentaltheater.com.

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